„Und, was machst du so?“

Hallo, mein Name ist Svenja! Ich arbeite im Bereich Datenschutz und Informationssicherheit, einem Teil unserer Rechtsabteilung.

Mein Weg bei Dräger

Nach dem Abitur habe ich 2009 eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei Dräger begonnen – seitdem ist einiges passiert. 2012 habe ich meine Ausbildung abgeschlossen und mich für ein berufsbegleitendes BWL-Studium entschieden. Schon während dieser Zeit habe ich im Datenschutz als Assistenz gearbeitet: Besprechungen organisiert, Präsentationen erstellt und mich um die Dokumentation der Vorgänge gekümmert. Im letzten Jahr habe ich mein Studium mit einem Bachelor of Arts abgeschlossen. Seitdem übernehme ich neue Aufgaben.

Meine Aufgaben

Irgendwann trifft sie jeden. Die Frage, die im Gespräch mit neuen Bekanntschaften spätestens dann gestellt wird, wenn das Glas in der Hand noch halbvoll ist, aber alle Wetterthemen bereits abgehakt sind: „Und, was machst du so?“ Wenn ich dann von meinem Job erzähle, begegnet mir folgende Reaktion ziemlich häufig: hochgezogene Augenbraue, desinteressiertes „Aha“. Datenschutz? Klingt für viele nicht gerade nach einem Job, mit dem man auf XING Eindruck schinden kann(was anscheinend wichtig ist, aber natürlich keiner zugibt 🙂 ). Dabei haben die meisten keine genaue Vorstellung davon, was ein Datenschützer eigentlich macht.

Sich mit aktuellen Datenschutzgesetzen und der dazugehörigen Rechtsprechung auskennen, klar, das ist eine wichtige Voraussetzung, um in Datenschutzfragen gute Antworten geben zu können. Dennoch besteht unser Team – anders als manche denken – nicht nur aus Juristen. Denn neben den rechtlichen Aspekten, spielt im Datenschutz auch das Verständnis für Prozesse und (IT-) Systeme innerhalb des Unternehmens eine wichtige Rolle. In unserem siebenköpfigen Team prüfen wir, bei welchen Prozessen welche Daten mit wem ausgetauscht und wie diese geschützt werden. Klingt abstrakt? Ein Beispiel. Dräger möchte ein neues Bewerberportal einrichten und ist daher auf der Suche nach einem geeigneten Anbieter. Meine Aufgabe ist es, bei der Auswahl auf die datenschutzrechtlichen Kriterien zu achten und diese zu bewerten: Wo werden die Daten der Bewerber gespeichert? Arbeitet der Anbieter mit Dienstleistern zusammen? Liefert er ein Konzept, das die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen ausführlich beschreibt? Die Daten unserer Bewerber müssen selbstverständlich sicher sein. Ist der neue Anbieter gefunden, geht es darum, entsprechende Verträge abzuschließen. In meinem Job habe ich also viele Schnittstellen mit den verschiedensten Unternehmensbereichen. Neben der Beratung, bin ich auch für Datenschutz-Trainings verantwortlich. Unsere rund 13.300 Kollegen weltweit können wir mit unserem Team nicht alle selbst schulen. Deshalb bieten wir Online-Trainings an und führen Kampagnen zum besseren Verständnis der Thematik durch. Diese müssen konzipiert, erstellt und in verschiedene Sprachen übersetzt werden. Die Absprache mit Dienstleistern und der Personalentwicklung gehört dazu. Trainingsmaßnahmen sind ein wichtiger Teil unserer Arbeit, denn schließlich kommt es beim Schutz von Daten und sensiblen Informationen auf jeden einzelnen Mitarbeiter an.

Unsere Welt entwickelt sich stets weiter. Es gibt ständig neue technische Möglichkeiten und „Digitalisierung“ ist für immer mehr Prozesse das Zauberwort. Damit ändern sich auch die Anforderungen an uns Datenschützer – es liegen also noch viele spannende Aufgaben vor uns.

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