Praktikum im Life Cycle Engineering

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Hallo, mein Name ist Norman und ich studiere an der Fachhochschule Lübeck Biomedizintechnik. Gerade als angehender Medizintechniker freue ich mich natürlich, bei Dräger mein Praktikum machen zu dürfen.

Eingesetzt war ich in der Abteilung Life Cycle Engineering (LCE). Da nicht jeder weiß, was sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt, möchte ich die Tätigkeiten der Abteilung kurz vorstellen.

Im LCE werden die Dräger-Geräte aus der Medizintechnik betreut, die schon im „Feld“ (d. h. beim Kunden) im Betrieb sind, oder aber sich in der Produktion befinden.

Treten Fehler oder Probleme vor Ort auf, versucht man, so schnell wie möglich eine Lösung zu finden.

Eine weitere Aufgabe des LCE ist die Optimierung und Weiterentwicklung der Produkte. Dazu gehört auch, dass die geänderten Produkte verifizierten Testverfahren unterzogen werden, meist im betriebseigenen, unabhängigen Testcenter. In diesem werden beispielsweise Umwelttests oder mechanische Tests durchgeführt.

DSC_0044Um beispielsweise einen Schalter von einem neuen Hersteller beziehen zu können, muss vorher geprüft werden, ob er die geforderten Anforderungen erfüllt.

Es muss unter anderem das Verhalten des Schalters über seine gesamte Lebenszeit (Life Cycle) überprüft werden. Meine Aufgabe in diesem Zusammenhang war einen einfachen, kleinen Prüfaufbau zu erstellen, in dem der Schalter automatisch betätigt wird.

Dafür habe ich einen Servomotor aus dem Modellbau mit einer selbstentwickelten Steuerung verwendet, die den Motor zwischen zwei Endpunkten hin und her fahren lässt. Auf diese Weise wird die Lebenszeit eines Schalters in knapp 30 Stunden erreicht und man kann ihn dann untersuchen.

Während meiner Praktikumszeit fand eine Änderung in der Norm für die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) statt, durch die auch Änderungen an einem Gerät notwendig wurden. Ich bekam die Chance, die Veränderung durch die EMV-Prüfung zu begleiten. EMV definiert die Fähigkeit eines Produktes oder Systems, in einer elektromagnetischen Umgebung zufriedenstellend zu funktionieren und keine elektromagnetischen Störungen in die Umgebung abzugeben, die andere Geräte beeinflussen könnten.

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EMV-Kammer des Testcenters

Unter anderem wird getestet, ob das Gerät vor elektrostatischen Entladungen geschützt ist (ESD-Prüfung). Eine Elektrostatische Endladung ist zum Beispiel das typische „gewischt bekommen“ bei trockner Luft das wahrscheinlich jeder kennt.                                                                                     Dabei können Spannungen bis zu 35 kV entstehen und es kann zu Beschädigung von elektrischen Komponenten kommen. Für diese Prüfung wird eine Art Pistole benutzt, mit der kritische Punkte „beschossen“ werden, um zu überprüfen, ob es zu Beschädigungen kommt. Mein Praktikum im LCE war sehr interessant und abwechslungsreich. Ich hatte viele kleine Projekte und Aufgaben die mir Spaß gemacht haben.

 

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