Innovationsmanagement aus der Garage

Hallo, mein Name ist Thomas und ich bin seit Juni Teamleiter des Innovationsmanagements bei Dräger. Mittlerweile arbeite ich seit über 24 Jahren hier, wovon ich die Hälfte der Zeit im Außendienst, direkt beim Kunden, verbracht habe. Später bin ich dann ins Marketing gewechselt, sodass ich von der Zentrale in Lübeck aus gearbeitet habe. Der Wechsel in das Innovationsmanagement hat sich eher durch Fügung zugetragen, da ich dafür von unserem CINO (Central Innovation-Vorstand) Anton Schrofner vorgeschlagen worden bin. Mein Team im Innovationsmanagement besteht aus vier festen Mitarbeitern, zusätzlich einer Auszubildenden und einem Abschlussarbeitschreibenden. Wir streben an, immer einen festen Platz für Praktikanten oder Abschlussarbeitschreibende bereitzustellen, weil diese die Möglichkeit haben, von Tag eins an mitzuarbeiten und wir das junge und flexible Denken brauchen.

Unser Arbeitsplatz ist auf jeden Fall etwas Besonderes, denn wir arbeiten nicht in einem gewöhnlichen Büro. Unser Büro ist die „Garage“, die es bei Dräger erst seit April gibt. Die Idee der Garage ist, dass sie 24/7 für alle Mitarbeiter offen steht und jedem die Möglichkeit bietet, eigene Ideen in mögliche Geschäftsmodelle umzusetzen. Hierbei kommt es nicht auf die Position oder Tätigkeit im Unternehmen an, denn bei uns ist jeder dazu willkommen, sich auszuprobieren. Wir wollen, dass bei uns nach dem Motto geht nicht – gibt’s nicht gearbeitet wird. Was Mitarbeiter besonders schätzen, ist dass hier getüftelt wird ohne das Gefühl, dass sofort ein Ergebnis geliefert werden muss. Was das Arbeiten bei uns so einzigartig macht, ist die entspannte und offene Atmosphäre. Diese unterstützt den Kreativprozess, da die meisten Ideen schließlich nicht am Schreibtisch entwickelt werden. Der Name „Garage“ entstand übrigens in Zusammenhang mit Apple, dort wurde der erste Computer nämlich in einer Garage zusammengebaut.

Unsere Chill-Area lädt zu einer entspannten Pause ein.

Ehemals wurde die „Garage“ als Produktionshalle und dann als Lagerhalle genutzt, welche wir gemeinsam als Team und mit professionellen Handwerkern umgebaut haben. Dabei ist die Raumnutzung absolut flexibel, da wir separate Räume durch Raumtrenner schaffen können. Ansonsten ist unsere Ausstattung überschaubar und low-cost. Wir nutzen Theaterbühnenelemente, welche nach Bedarf entweder als Schreib- und Stehtisch oder Bühne verwendet werden. Die restlichen Möbel wurden uns von Kollegen überlassen. Wir verfügen auch über neue Technikgeräte wie Flachbildfernseher, Beamer und eine große Leinwand. Zusätzlich haben wir eine Chill-Area eingerichtet, welche als Rückzugsort genutzt wird. Viele Vorgesetzte geben ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, in der besonderen Atmosphäre der Garage zu arbeiten oder nutzen mittlerweile den Raum für Kreativworkshops. Dabei gibt es nur eine Bedingung: die Arbeit muss mit dem Thema Innovation zusammenhängen.

Die Rolle des neu eingerichteten Innovationsmanagements soll stark den CINO-Bereich ergänzen. Die Vision „Faster, Connected, Innovative“ ist die Grundlage unserer Arbeit. Als CINO-Führungskreis arbeiten wir mit möglichst allen Mitarbeitern an einer Kultur, die unsere Vision unterstützt. Das Innovationsmanagement darf und soll unkonventionelle Wege ausprobieren. Hierzu dient ein Ort wie die Garage, aber auch moderne Methoden im Ideenmanagement. Kreative Workshops sollen den Teamgeist stärken und auf interessante Art und Weise Lust auf ein Thema machen. In unserer sich stark ändernden und digitaleren Welt sollen auch Methoden wie „Start-up“-Ansätze ausprobiert werden können. Dabei wollen wir herausfinden, ob andere Wege vielleicht schneller nach „Rom“ oder auch zu neuen Städten führen. Wir als Team begleiten den Prozess und setzten unsere Persönlichkeit mit allen Fähigkeiten voll im Sinne von Dräger ein.

Wer im Innovationsmanagement arbeiten will, sollte kreativ sein. Es kommt aber auf viele weitere Faktoren an. Neben Marktfokus und technologischem Denken sind Struktur, Motivation, Pioniergeist und Kommunikation sehr wichtig. Es müssen nicht nur Ideen entwickelt werden, man muss auch in der Lage sein, Menschen mitreißen zu können. Meine Ausbildung zum Business Coach hat mir hierbei sehr geholfen. Die vier Schlagworte auf die es meiner Meinung nach ankommt sind: kreativ sein, gestalten, strukturieren und umsetzten. Jeder dieser Faktoren muss im Innovationsteam vertreten sein, andernfalls funktioniert das Arbeiten nicht. Obwohl der Weg in das Innovationsmanagement für mich über viele Umwege geschehen ist, bin ich hier sehr motiviert. Es ist natürlich eine andere Tätigkeit als im Vertrieb oder Marketing, aber ich mag die Vielfältigkeit, die sich mir bietet. Zwar habe ich wie früher auch feste Termine, aber immer wieder Lücken für spontane Workshops und Meetings. Morgens wache ich auf und denke mir: „Welche Idee kann mich heute wieder überraschen?“.

1 comment to Innovationsmanagement aus der Garage

  • Ole Hinz

    Super Idee, die Kreativwerkstatt. Ich wünschte, mehr Firmen würden so etwas anbieten (oder ich würde dort arbeiten, wo es das gibt).
    Was ich auf den Bildern nicht gesehen habe, aber vielleicht hilfreich wäre: Ein Berg Lego-Bausteine und ggf. Lego-Technik Elemente. Damit kann man gut ein 3D-Modell zusammenbauen und Ideen leichter in Gruppen diskutieren.
    Gibt es eigentlich auch einen 3D-Drucker und SolidWorks (und ggf. Hilfestellungen)?

    Ich wünsche auf jedenfall viel Erfolg und viele neue, innovative Ideen und deren Umsetzung.
    Sollte ich die Gelegenheit haben, werde ich mir die Garage gerne mal ansehen.

    Mit besten Grüßen aus Bad Schwartau,
    Ole Hinz

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