Globales Arbeiten als Zulassungsingenieur

1Mit Chemikalienschutzanzügen, genau genommen mit der Normung von Anforderungen und Prüfverfahren an diese Anzüge, befasse ich mich seit Jahren und bin dadurch bei meinem früheren Arbeitgeber mit Mitarbeitern von Dräger in Kontakt gekommen. Als bei Dräger die Stelle eines Zulassungsingenieurs in Lübeck ausgeschrieben wurde, wusste ich, dass das meine Chance war. Hier kann ich mein Wissen um die technischen Anforderungen der Europäischen Normen einsetzen, um PPE-Produkte aus dem Dräger-Produktportfolio durch die komplizierten Zulassungsverfahren bei unabhängigen Prüfstellen schnell und zuverlässig durchzuschleusen. PPE ist die Abkürzung für Personal Protective Equipment (Persönliche Schutzausrüstungen). Es reicht allerdings nicht, unsere Produkte nur europäisch oder in den bekannten Märkten zuzulassen. Wir sind eine globale Firma und müssen unsere Produkte weltweit vermarkten.

Dabei sind die Zulassungsvorhaben unserer Produkte weltweit komplizierte Vorgänge, die von Land zu Land sehr unterschiedlich sind, sei es in Indien, Russland oder Brasilien. Wer hat den Überblick über die weltweit anzuwendenden Standards für verschiedene Produkte, wie Atemschutzgeräte, Feuerwehrausrüstungen oder Schutzanzüge? Wie können wir aus Lübeck heraus die Zulassungen unserer Produkte weltweit steuern, tracken und beschleunigen? Wie können wir die Kollegen in den Regionen unterstützen?

DSC_0668Durch Tools, die sich bereits in der Medizintechnik bewährt haben, sind wir nun in der Lage, besser zu verstehen, wie Zulassungen unserer Produkte in ausgewählten Ländern, funktionieren. Zu diesen Ländern gehören Brasilien, Russland und im letzten Jahr Indien, Südafrika und Japan. Zusätzlich können wir Aufschluss darüber gewinnen, wie lange die Verfahren dauern, welche Probleme mit lokalen Behörden auftreten können und wie man diese Probleme lösen kann. Zu diesen Tools gehören insbesondere regelmäßige Telefonkonferenzen mit Kollegen in verschiedenen Ländern, in denen an ausgewählten Produkten aus der PPE-Welt und der Gasmesstechnik Einzelheiten im Detail besprochen werden. Bei den Besprechungen geht es bspw. darum, welche Unterlagen die lokalen Behörden benötigen, ob unsere Produkte vor Ort nach lokalen Standards erneut getestet werden müssen und welche Stellen diese Tests durchführen können. Dabei lernen nicht nur wir in Lübeck viel über die Anforderungen in ausgewählten Ländern, sondern auch die Kollegen in den lokalen Niederlassungen lernen, dass neben den bekannteren zulassungsrelevanten PPE- oder Explosionsschutz-Standards auch sorgfältig recherchiert werden muss, welche anderen Standards, wie Funk-Standards oder solche zur elektrischen Sicherheit, ebenfalls beachtet werden müssen.

Wir werden in den kommenden Jahren neue Länder und – in Abstimmung mit dem globalen und dem lokalen Marketing – Produkte auswählen, die lokal zugelassen werden sollen. Die Länder, die wir in den vergangenen Jahren im Rahmen dieses Projekts erstmalig betreut haben, werden wir in unserer Abteilung Engineering Excellence – Product Qualification auch weiterhin unterstützen und den weiteren Fortschritt bei den lokalen Zulassungen monitoren. Auf diese Weise werden wir unseren Beitrag dazu leisten, dass unsere Produkte weltweit planbar schneller zugelassen werden.

 

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